Mallorca: Arbeitsplatz schützt nicht unbedingt vor Armut

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In Spanien leben laut einem aktuellen Bericht der Red Europea de Lucha contra la Pobreza y la Exclusión Social rund 2,5 Millionen Erwerbstätige unterhalb der Armutsgrenze. Das bedeutet, dass ein fester Arbeitsplatz nicht mehr automatisch Schutz vor sozialer Ausgrenzung und Armut bietet – ein alarmierender Befund in einem Land, in dem 11,6 Prozent der Erwerbstätigen trotz Vollzeitjobs nicht ausreichend verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Besonders auffällig ist, dass 33 Prozent der in Armut lebenden Menschen in Spanien regulär beschäftigt sind, während nur 20 Prozent arbeitslos sind. Das zeigt, dass die alleinige Schaffung von Arbeitsplätzen keine Lösung ist, wenn die Qualität der Arbeit nicht stimmt. Die Ursachen für die hohe Erwerbsarmut liegen vor allem in der schlechten Arbeitsqualität: Saisonabhängigkeit, niedrige Löhne und unfreiwillige Teilzeitarbeit sind weit verbreitet. Viele Arbeitsplätze konzentrieren sich auf das Gastgewerbe und den Tourismussektor, die oft wenig Wertschöpfung bieten und prekäre Bedingungen mit sich bringen.

Frauen sind besonders betroffen, da sie häufig unbezahlte Betreuungsarbeit leisten und deshalb nur Teilzeit arbeiten können, was ihr Einkommen deutlich mindert. Zudem leben vier Prozent aller Erwerbstätigen in Spanien in schwerer Armut, also mit weniger als 40 Prozent des nationalen Medianeinkommens. Sie können durch Mehrarbeit kaum entkommen.

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Das spanische Sozialversicherungssystem erweist sich als wenig effektiv bei der Umverteilung: Trotz Mindestlohnerhöhungen und Mindesteinkommensprogrammen bleibt der Schutz strukturell schwach. Im europäischen Vergleich verringert Spanien die Armut durch staatliche Transferleistungen nur um 23,2 Prozent, während Länder wie Irland oder Frankreich deutlich besser abschneiden. Hinzu kommt ein weniger progressives Steuersystem und geringe Investitionen in sozialen Wohnungsbau und Familienförderung, was die Belastung, besonders in Großstädten wie Madrid und Barcelona, weiter verschärft.

Wer in Spanien lebt oder Auswanderung erwägt, sollte sich dieser Realität bewusst sein: Ein Arbeitsvertrag garantiert hier längst keine soziale Sicherheit mehr. Die Erwerbsarmut ist eine komplexe Herausforderung, die weit über die bloße Beschäftigung hinausgeht und politische Antworten erfordert, die über reine Arbeitsplatzschaffung hinausdenken.

Quelle: Agenturen