Mexiko plant, seine Öllieferungen an Kuba wieder aufzunehmen, dabei aber einen neuen Weg zu gehen: Anders als zuvor sollen die Lieferungen künftig nicht mehr über staatliche Unternehmen, sondern über kommerzielle und private Firmen abgewickelt werden. Dies kündigte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum an. Der Transport des Treibstoffs soll durch private Unternehmen erfolgen, die entsprechende Genehmigungen erhalten.
Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit den jüngsten wirtschaftlichen Reformen auf Kuba. Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz hat weitreichende Änderungen angekündigt, die eine Abkehr von der sozialistischen Planwirtschaft hin zu marktwirtschaftlichen Elementen und einer gewissen Privatisierung ermöglichen sollen. Mexiko sieht darin eine Chance, seine Geschäftsleute einzubinden, die bereits auf Kuba aktiv sind, und den Handel zu beleben.
Die Wiederaufnahme der Öllieferungen ist für Kuba von großer Bedeutung, da das Land seit längerem unter Treibstoffmangel leidet. Dieser Engpass wurde durch die US-Blockade verstärkt, die den Druck auf Staaten erhöht hat, Kuba nicht mehr mit Öl zu versorgen.
Anfang des Jahres hatte Mexiko die Lieferungen gestoppt, nachdem die US-Regierung unter Präsident Donald Trump mit Zöllen und anderen Sanktionen gedroht hatte. Auch Venezuela, ein weiterer wichtiger Öl-Lieferant, konnte aufgrund politischer Konflikte kaum noch liefern.
Die letzte größere Öllieferung erhielt Kuba aus Russland, doch diese reichte nur für kurze Zeit. Die nun geplante Zusammenarbeit mit privaten mexikanischen Unternehmen soll den Treibstofftransport stabilisieren und Kubas Wirtschaft unterstützen. Die Entwicklung zeigt, wie eng wirtschaftliche Interessen und politische Rahmenbedingungen in der Region miteinander verknüpft sind.
Insgesamt signalisiert Mexikos Schritt eine vorsichtige Öffnung und Anpassung an die veränderten geopolitischen Bedingungen sowie Kubas wirtschaftliche Modernisierung. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und in welchem Umfang die Lieferungen tatsächlich wieder aufgenommen werden können.
Quelle: Agenturen



