Am Sonntag 26.07.2026) versammeln sich Tausende Einwohner Mallorcas auf der Plaça d’Espanya in Palma, um erneut gegen die negativen Folgen des Massentourismus zu protestieren. Die Demonstration unter dem Motto „Mallorca al límite“ („Mallorca am Limit“) wird von der Plattform „Menys Turisme, Més Vida“ organisiert und stellt bereits den dritten großen Aufmarsch dieser Art in Folge dar. Trotz Maßnahmen der Behörden sehen viele Bewohner die Situation als weiterhin kritisch an.
Im Mittelpunkt der Proteste steht vor allem die Wohnungsnot. Viele Einheimische beklagen, dass bezahlbarer Wohnraum zunehmend knapp wird, während Hotels und Ferienwohnungen Millionen erwirtschaften. Die Umwandlung traditioneller Wohnhäuser in Ferienunterkünfte führt dazu, dass viele Immobilien das ganze Jahr über leer stehen und die Nachbarschaften ihren Charakter verlieren. Dies wird von Betroffenen wie Lehrerin Aina Maria Obrador deutlich beschrieben, die den Wandel ihres Stadtteils El Molinar beklagt.
Darüber hinaus fühlen sich viele Anwohner von der lokalen Politik nicht ausreichend vertreten. Journalistinnen und Aktivistinnen berichten von einem Gefühl der Marginalisierung: Die Einwohner würden zunehmend als Störfaktor wahrgenommen, obwohl sie das eigentliche Herz der Inselgemeinschaft sind. Besonders junge Menschen engagieren sich, um die kulturelle Identität und Lebensqualität Mallorcas zu schützen.
Die Regierung der Balearen hat auf die Kritik reagiert und bereits mehrere Schritte eingeleitet: Seit 2022 gilt ein Moratorium für neue touristische Vermietungen, und in Palma wurden Ferienwohnungen in Mehrfamilienhäusern verboten. Zudem wurden neue Hostels gestoppt und Kontrollen verschärft. Illegale Ferienvermietungen werden mit hohen Bußgeldern geahndet, und auch gegen illegale Bootsvermietungen wurde im Jahr 2025 verstärkt vorgegangen.
Obwohl diese Maßnahmen erste Reaktionen auf den Druck der Bevölkerung sind, bleibt unklar, ob sie ausreichen, um den Wohnungsmarkt zu entlasten und die Lebensqualität auf Mallorca nachhaltig zu sichern. Die Demonstranten kündigen an, bei ausbleibenden Veränderungen weiterhin aktiv zu bleiben und sich für ein Tourismusmodell einzusetzen, das die Bedürfnisse der Einwohner in den Mittelpunkt stellt. Die Zukunft Mallorcas hängt damit eng an der Balance zwischen Tourismus und dem Erhalt einer lebenswerten Heimat.
Quelle: Agenturen




