Die Billigfluggesellschaft Ryanair erhebt schwere Vorwürfe gegen die Buchungsplattformen eDreams und Tryp. Laut Ryanair zahlen Reisende auf diesen Plattformen bis zu 125 Prozent mehr für Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierungen und Gepäck, verglichen mit einer Direktbuchung bei der Fluggesellschaft selbst. Besonders scharf attackiert Ryanair diese Praktiken und fordert mehr Transparenz und Regulierung durch die spanischen Verbraucherschutzbehörden.
Die jüngste Untersuchung von Ryanair zeigt deutliche Preisunterschiede: So kostet ein Sitzplatz bei eDreams 18 Euro, direkt bei Ryanair hingegen nur 8 Euro – ein Aufschlag von 125 Prozent. Beim Gepäck ist die Diskrepanz ähnlich groß: Ein 10-Kilo-Koffer schlägt bei eDreams mit 31,99 Euro zu Buche, während Ryanair dafür 15,99 Euro verlangt. Auch Tryp erhebt höhere Preise, etwa 31 Euro für Priority Boarding statt 18,50 Euro bei Ryanair.
Diese Zahlen wurden von Ryanair selbst ermittelt, was im Kontext des langjährigen Rechtsstreits zwischen Ryanair und eDreams zu beachten ist. Ryanair wirft den Plattformen vor, mittels sogenanntem Screenscraping Preise automatisiert abzugreifen und anschließend mit Aufschlag weiterzuverkaufen. eDreams bestreitet unlautere Praktiken und kritisiert Ryanair seinerseits für wettbewerbsverzerrendes Verhalten.
Der Konflikt zwischen Ryanair und eDreams besteht seit Jahren. Im Juli entschied der irische Oberste Gerichtshof zugunsten Ryanairs in einem Streit über den Zugang zu Flugdaten. Ryanair betont, dass Verbraucher über offizielle Partnerplattformen wie Booking Holdings oder Expedia Zugang zu den tatsächlichen Preisen erhalten. eDreams und Tryp gehören nicht zu diesen zugelassenen Partnern.
Ryanair fordert von der spanischen Regierung eine gesetzliche Verpflichtung zur Preistransparenz bei Online-Reisebüros, um Verbraucher vor versteckten Mehrkosten zu schützen. Marketingdirektor Dara Brady appelliert zudem an europäische Behörden, stärker gegen diese Preisaufschläge vorzugehen.
Wer einen Flug bucht, sollte zunächst direkt auf der Website der Fluggesellschaft nachsehen, um versteckte Kosten zu vermeiden. Besonders wichtig ist es, auf Zusatzkosten für Sitzplätze und Gepäck zu achten, da diese je nach Buchungsplattform stark variieren. Frühzeitiges Buchen kann außerdem vor Preiserhöhungen schützen, die durch steigende Treibstoffkosten und geopolitische Spannungen zu erwarten sind.
Zusammenfassend zeigt der Fall Ryanair gegen eDreams und Tryp deutlich, wie wichtig Transparenz und Vergleich bei Flugbuchungen sind. Verbraucher profitieren am meisten, wenn sie sorgfältig prüfen, wo sie buchen und welche Zusatzkosten anfallen können.
Quelle: Agenturen





