Spanien Spitzenreiter der Wüstenbildung in der EU

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Spanien ist offiziell das am stärksten von Wüstenbildung betroffene Land innerhalb der Europäischen Union. Eine aktuelle Bewertung der Europäischen Kommission zeigt, dass mehr als die Hälfte des spanischen Staatsgebiets unter trockenheitsbedingter Bodendegradation leidet. Damit liegt Spanien deutlich vor anderen betroffenen Ländern wie Zypern und Griechenland.

Wüstenbildung ist ein schleichender Prozess, bei dem der Boden nach und nach an Qualität, Fruchtbarkeit und Wasserspeicherfähigkeit verliert. Dies ist nicht gleichbedeutend mit der Entstehung einer echten Wüste, sondern beschreibt vielmehr eine Verschlechterung der Bodenbedingungen durch Faktoren wie anhaltende Trockenheit, Vegetationsverlust, Erosion, Waldbrände und intensive Landnutzung. Die Folgen sind gravierend: Die Bodenproduktivität sinkt, das Wasserrückhaltevermögen nimmt ab, und die Erholung nach Dürren oder Bränden wird erschwert. Zudem steigt das Risiko von Artenverlust und Landflucht.

Die Europäische Kommission berichtet, dass 53 Prozent des spanischen Landes von Bodendegradation in trockenen Gebieten betroffen sind – ein EU-Rekord. Zypern folgt mit 45 Prozent, Griechenland mit 36 Prozent. Besonders betroffen sind die südlichen Regionen Europas, wo hohe Temperaturen und langanhaltende Trockenperioden mit bereits geschädigten Böden zusammentreffen. Spanien verzeichnet seit Jahrzehnten rückläufige Niederschläge und steigende Durchschnittstemperaturen, was den Prozess der Wüstenbildung weiter verstärkt.

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Prognosen zeigen, dass bis 2040 mehr als eine Million Quadratkilometer der EU einem erhöhten Risiko der Wüstenbildung ausgesetzt sein werden – auch außerhalb der klassischen Mittelmeerregionen. Der Klimawandel trägt dabei wesentlich zur Verschärfung der Situation bei, etwa durch die Zunahme von Hitzewellen und verheerenden Waldbränden. Die neue Methodik der Europäischen Kommission soll dabei helfen, die Bodendegradation europaweit einheitlich zu erfassen und gezielte Schutzmaßnahmen zu fördern.

Die Herausforderungen für Spanien und Südeuropa sind groß: Es gilt, die Wasserversorgung zu sichern, den Boden zu schützen und nachhaltige Landnutzungsstrategien zu entwickeln, um den fortschreitenden Verlust der Bodenqualität zu bremsen. Nur so kann eine lebenswerte Umwelt für kommende Generationen erhalten bleiben.

Quelle: Agenturen