Viele Deutsche, die in Spanien steuerpflichtig sind, übersehen oft eine wichtige Option bei ihrer Steuererklärung. Standardmäßig ist ein Feld aktiviert, das einen Teil ihrer Steuergelder an die Kirche oder soziale Einrichtungen spendet. Wer dies nicht beachtet, spendet unwissentlich einen Teil seiner Steuern.
Im Jahr 2025 nahm die spanische Kirche so einen Rekordbetrag von fast 430 Millionen Euro ein, 47 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Viele Steuerzahler treffen diese Entscheidung bewusst, aber ein großer Teil vergisst schlichtweg, das Häkchen zu entfernen.
Dieser Trend ändert sich jedoch. Immer mehr Menschen in Spanien lassen die Felder für die katholische Kirche und soziale Zwecke leer. Laut RTVE verzichteten 2025 rund 40 Prozent der Steuerpflichtigen auf beide Optionen. Für in Spanien steuerpflichtige Deutsche ist es daher wichtig zu verstehen, wie ihre IRPF-Steuer verwendet wird.
Die Felder 105 und 106 in der spanischen Steuererklärung sind entscheidend: Feld 105 leitet 0,7 Prozent der Steuer an die katholische Kirche, während Feld 106 0,7 Prozent in soziale Projekte investiert. Wer beide Felder ankreuzt, spendet insgesamt 1,4 Prozent seiner Steuer. Lässt man beide Felder leer, verbleibt das Geld beim spanischen Staat.
Viele ausländische Einwohner, die in Spanien steuerlich ansässig sind, glauben fälschlicherweise, dass das Ankreuzen dieser Felder ihre Steuerrückerstattung oder Nachzahlung beeinflusst. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Wahl hat keinen Einfluss auf den Steuerbetrag, sondern bestimmt lediglich, wie ein Teil der bereits gezahlten Steuer verwendet wird.
Laut RTVE lassen viele Steuerzahler die Felder leer, weil sie einen finanziellen Nachteil befürchten. Die spanische Steuerbehörde verwendet diese Gelder dann im allgemeinen Staatshaushalt.
Seit 2007 hat sich ein Wandel vollzogen. Die Option, nur soziale Zwecke zu unterstützen, ist zwar weiterhin beliebt, verliert aber an Bedeutung. Im Jahr 2024 entschieden sich 7,3 Millionen Steuerzahler dafür, während über 5 Millionen beide Felder ankreuzten.
Die Option „Kirche“ verzeichnet den stärksten Rückgang. Während sich 2007 fast 22 Prozent dafür entschieden, sind es heute nur noch etwa 10 Prozent. Die Mehrheit lässt mittlerweile beide Felder leer, im Jahr 2024 waren es 9,7 Millionen Steuerzahler.
Es ist wichtig zu betonen, dass das Leerlassen der Felder keinen Fehler darstellt. Die Steuererklärung bleibt gültig, und die Steuereinnahmen fließen in den allgemeinen Haushalt. Dennoch sollten insbesondere in Spanien lebende Deutsche eine bewusste Wahl treffen, um zu bestimmen, wohin ihre Steuergelder fließen. Für ausländische Arbeitnehmer und international Steuerpflichtige ist weiterhin Vorsicht geboten, insbesondere angesichts der anhaltenden Diskussionen über die spanischen Steuerbehörden und Sonderregelungen wie die Ley Beckham.
Quelle: Agenturen





