Auf Mallorca ist Trinkgeld eine freundliche Geste, keine Verpflichtung. Es dient dazu, guten Service zu würdigen, wobei der Betrag meist von der Zufriedenheit des Gastes abhängt. Während traditionell Bargeld für die Propina genutzt wird, gewinnt das digitale Trinkgeld zunehmend an Bedeutung, auch wenn es noch nicht flächendeckend verfügbar ist.
In Restaurants sind 5 bis 10 Prozent der Rechnung üblich, sofern keine Servicegebühr bereits enthalten ist. Ein Blick auf die Rechnung ist wichtig: Steht dort „servicio incluido“, ist kein zusätzliches Trinkgeld erforderlich, doch viele Gäste legen dennoch ein paar Münzen dazu. In Bars und Cafés wird meist einfach auf den nächsten Euro aufgerundet. So wird aus einer Rechnung von 5,50 Euro gerne 6 Euro. Oft fließt das Kleingeld in einen gemeinsamen Trinkgeldtopf („bote“), den das Personal untereinander verteilt.
Bei Taxifahrten ist Trinkgeld nicht verpflichtend, jedoch gern gesehen, besonders wenn der Fahrer beim Gepäck hilft. Üblich ist das Aufrunden auf den nächsten Euro. Hotels handhaben Trinkgeld flexibler: Gepäckträger erhalten etwa 50 Cent bis 1 Euro pro Koffer, und Zimmermädchen werden mit ein paar Euro pro Tag belohnt. Auch Parkhelfer, Friseure oder Tankstellenpersonal freuen sich über kleine Aufmerksamkeiten, typischerweise etwa einen Euro.
Anders als in vielen nordeuropäischen Ländern ist die Möglichkeit, beim Bezahlen mit Karte digital Trinkgeld zu geben, in Spanien noch wenig verbreitet. Technisch ist dies zwar möglich, doch viele Betriebe verzichten auf diese Funktion aus steuerlichen und administrativen Gründen. Trinkgeld, das über Kartenterminals läuft, wird oft als Umsatz des Betriebs verbucht und muss vom Arbeitgeber verwaltet werden, was zusätzlichen Aufwand bedeutet.
Daher bleibt Bargeld weiterhin die bevorzugte Methode, um Trinkgeld zu geben. Wer mit Karte zahlt und dennoch eine Propina hinterlassen möchte, legt meist einfach ein paar Münzen auf den Tisch. Mit dem zunehmenden Einsatz der spanischen Bezahl-App Bizum könnte digitales Trinkgeld in Zukunft leichter möglich werden, doch aktuell ist Bargeld noch die Norm.
Trinkgeld in Spanien ist Ausdruck von Wertschätzung und hängt vom persönlichen Ermessen ab. In Restaurants sind 5 bis 10 Prozent üblich, in Bars rundet man auf. Auch außerhalb der Gastronomie ist Trinkgeld eine feine Geste. Obwohl digitale Trinkgeldzahlungen technisch machbar sind, dominiert derzeit noch das Bargeld. Ein wenig Kleingeld dabei zu haben, ist daher ratsam, um den Service angemessen zu honorieren.
Quelle: Agenturen





