WhatsApp entwickelt derzeit eine integrierte Zahlungsfunktion, die es Nutzern ermöglichen soll, direkt im Chat Geld zu senden. Spanien und die Niederlande stehen dabei erstmals auf der Liste potenzieller Startländer.
Die Hinweise stammen aus der Beta-Version 26.33.10.70 von WhatsApp für iOS, die über TestFlight verfügbar ist. Experten entdeckten dort neue Elemente zur Eingabe von Kartendaten, Lieferadressen und Zahlungsinformationen. Besonders auffällig ist, dass Spanien nun erstmals in der Länderauswahl für Rechnungsadressen auftaucht – ein Zeichen dafür, dass Meta die Funktion in diesem Markt einführen könnte.
Die geplante Funktion geht über reine Peer-to-Peer-Zahlungen hinaus: Nutzer sollen nicht nur schnell Geld an Kontakte senden können, sondern auch Zahlungskarten speichern und Lieferinformationen hinterlegen können. Dies deutet darauf hin, dass WhatsApp eine Schnittstelle für den direkten Kauf von Produkten und Dienstleistungen innerhalb von Chats schaffen will, was besonders für Unternehmen auf WhatsApp Business attraktiv wäre.
In Spanien könnte WhatsApp damit in direkten Wettbewerb zu Bizum treten, einer seit Jahren beliebten Zahlungs-App, die von vielen Banken unterstützt wird. Anders als Bizum erfordert WhatsApp keine Verbindung zu einem bestimmten Bankkonto, was für Nutzer einen großen Vorteil darstellt. Meta bringt zudem internationale Erfahrung mit, da das Unternehmen bereits in Ländern wie Indien, Brasilien und Singapur eigene Zahlungssysteme in Partnerschaft mit lokalen Anbietern betreibt.
Ob und wann die Funktion in Spanien oder anderen europäischen Ländern tatsächlich verfügbar wird, hängt allerdings von der Einhaltung europäischer Datenschutz- und Finanzvorschriften ab. Ein konkretes Startdatum gibt es noch nicht.
Insgesamt zeigt die Entwicklung, wie WhatsApp seine Plattform zu einem vielseitigen Ökosystem aus Messaging und E-Commerce ausbauen möchte – mit potenziell weitreichenden Folgen für den Zahlungsverkehr in Europa.
Quelle: Agenturen



