Das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Natur hat acht künstliche Nester aufgestellt, um die Brut und die Erholung des Fischadlers (Pandion haliaetus) auf den Balearen zu fördern.
Vier davon befinden sich auf Formentera, zwei auf Ibiza und ebenso viele auf Mallorca, wie das von Minister Joan Simonet geleitete Ministerium in einer Pressemitteilung mitteilte.
Diese Maßnahme ist Teil der Schutzmaßnahmen, die zur Stärkung des Brutbestands einer der symbolträchtigsten Raubvogelarten des Archipels ergriffen wurden, und erfolgt im Rahmen des Plans für Wiederaufbau, Transformation und Resilienz, der von der Europäischen Union aus Mitteln des Programms „Next Generation EU“ finanziert wird.
„Der Fischadler ist eines der großen Symbole unseres Naturerbes, und trotz der Erholung in den letzten Jahren gilt er auf dem Archipel weiterhin als gefährdet, wobei es vor allem auf der Insel Mallorca Probleme beim Artenschutz gibt“, erklärte Simonet.
Die acht endgültigen Standorte wurden von den Fachleuten des Ministeriums auf der Grundlage der Vorschläge und Schlussfolgerungen der vom GOB erstellten Studie ausgewählt. Diese Vorstudie analysierte bekannte ehemalige Nistplätze der Art sowie Standorte auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera, bei denen die Ortsnamen auf das Vorhandensein von Nistplätzen hindeuteten.
Zu diesem Zweck wurde das gesamte historische Archiv durchgesehen und eine Zusammenstellung bekannter historischer Brutplätze der Art auf den Inseln erstellt. Anschließend wurden bei der Auswahl der Standorte Kriterien wie die Geländebeschaffenheit, die Ruhe der Umgebung, die Eignung für die Brut dieser Art und die technische Durchführbarkeit der Maßnahmen berücksichtigt.
Die Arbeiten wurden zwischen April und Mai 2026 an verschiedenen Stellen der Küsten von Mallorca, Ibiza und Formentera durchgeführt. Die dauerhaften Strukturen wurden in Höhlen, Felsvorsprüngen und geschützten Bereichen von Steilküsten installiert, die von den verantwortlichen Fachleuten ausgewählt wurden, um sichere und geeignete Räume für die Fortpflanzung der Art zu bieten.
Die Nester wurden aus Weidenkörben, Sockeln aus Bootsbausperrholz und Verankerungssystemen gebaut, die speziell an die Bedingungen der balearischen Küste angepasst sind. Um die Einbindung in die Landschaft zu fördern und die Struktur der natürlichen Nester des Fischadlers so gut wie möglich nachzubilden, wurden als abschließende Gestaltung Äste und Posidonia-Reste eingearbeitet.
Der Fischadler ist einer der einzigartigsten Greifvögel an der Küste der Balearen und eine Art, die während der Brutzeit besonders empfindlich auf Störungen reagiert.
Direkte Verfolgung, Plünderung der Nester, Stromschläge, die Bebauung der Küste und die Verschlechterung der Lebensräume führten im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem starken Rückgang der Bestände, was dazu führte, dass die Art als „gefährdet“ eingestuft wurde.
Aus diesem Grund führt die Regionalregierung verschiedene Überwachungs-, Schutz- und Managementprogramme durch, um die Erholung der Population zu fördern, wobei die Maßnahmen sowohl auf den Schutz der Tiere als auch auf die Verbesserung der Nistplätze ausgerichtet sind.
Die neuesten Überwachungsdaten bestätigen insgesamt eine positive Entwicklung der Brutpopulation dieser Art auf den Balearen, obwohl die Brutvögel auf Mallorca während der Brutzeit in gewisser Weise gestört werden, sei es durch menschliche Störungen oder durch Schwierigkeiten bei der Nahrungsbeschaffung.
Während der Erhebungssaison 2025 wurden auf Mallorca 11 revierbildende Paare festgestellt, von denen acht Eier legten und fünf erfolgreich brüteten, mit insgesamt 11 flüggen Jungvögeln. Im Nationalpark Cabrera wurden fünf revierbildende Paare ausfindig gemacht, von denen drei erfolgreich brüteten und vier Jungvögel großzogen. Auf Menorca wurden vier Revierpaare registriert. Alle begannen mit der Brut, und drei konnten diese erfolgreich abschließen, mit insgesamt sechs flügge gewordenen Jungvögeln.
Auf Ibiza verbesserte sich der Bruterfolg ebenfalls deutlich: Drei Paare zogen erfolgreich vier flügge gewordene Jungvögel groß – einer mehr als im Vorjahr, als nur ein Paar Eier legte und kein Jungvogel überlebte. Auf Formentera wurde seit den 1960er Jahren kein Brutvorkommen dieser Art mehr festgestellt.
„Die Daten bestätigen, dass die Naturschutzmaßnahmen Ergebnisse zeigen, machen aber auch deutlich, dass es sich nach wie vor um eine kleine und gefährdete Population handelt. Daher ist es unerlässlich, weiterhin in Maßnahmen zu investieren, die die Brutbedingungen der Art verbessern, ihre Lebensräume schützen und sicherstellen, dass sich dieser positive Trend in den kommenden Jahren festigt“, schloss der Minister.
Quelle: Agenturen





