Pilotprojekt: Transport von Müll von Ibiza nach Mallorca

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Der Consell de Ibiza hat die Einführung eines Pilotprojekts angekündigt, bei dem täglich sieben Lkw mit verpacktem Müll von Ibiza nach Mallorca transportiert werden. Dieses Vorhaben soll den Müll, der auf den Pitiüses-Inseln anfällt, sicher verpackt und überwacht in die Abfallanlage Son Reus in Palma bringen. Dabei erfolgt der Transport nachts, um Logistik und Verkehrsbelastung zu optimieren.

Ursprünglich war geplant, den Müll lose zu transportieren, doch da die Deponie Ca Na Putxa auf Ibiza nicht über die erforderlichen Verpackungsmaschinen verfügte, wurde das Verfahren angepasst. Nun stehen diese Maschinen zur Verfügung, sodass der Müll sicher verpackt wird. Der Transport findet an fünf Tagen pro Woche mit einem Schiff der Reederei Baleària statt, speziell dem „Al Andalus Express“, das aus den Kanarischen Inseln kommt und eigens für diesen Zweck eingesetzt wird.

Der Vertrag mit der Arbeitsgemeinschaft UTE Giref wurde für drei Monate mit Verlängerungsoption geschlossen, um flexibel auf eventuelle Herausforderungen reagieren zu können. Die Inselverwaltung weist zudem die Behauptung zurück, Ibiza habe die schlechteste Mülltrennung der Balearen. Offizielle Daten aus 2024 zeigen, dass Ibiza sogar besser bei der getrennten Sammlung abschneidet als Mallorca und gemeinsam mit Menorca eine Vorbehandlung des Restmülls durchführt, um recyclingfähige Materialien zurückzugewinnen.

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Die Ankündigung des Projekts hat jedoch auch Kritik hervorgerufen. Die Umweltorganisation GOB hat eine Verwaltungsklage eingereicht und bemängelt die fehlende Transparenz, die mangelnde Bürgerbeteiligung und die unzureichende Information über Umweltrisiken. Sie fordert eine sofortige Aussetzung des Projekts sowie eine umfassende Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeitsprüfung. Außerdem plädieren sie dafür, die vorgesehenen 50 Millionen Euro der Regionalregierung nicht für den Transport, sondern für Haus-zu-Haus-Abfallsammelprogramme einzusetzen. Eine Begleitkommission aus Umweltverbänden, Anwohnern und anderen Interessengruppen soll die Einhaltung der Maßnahmen überwachen und für Transparenz sorgen.

Darüber hinaus wird ein Masterplan zur Abfallvermeidung und -bewirtschaftung für Ibiza gefordert, der die europäische Hierarchie von Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling sicherstellt und damit verhindert, dass der Mülltransport nach Mallorca zu einer dauerhaften Lösung wird.

Dieses Pilotprojekt steht somit nicht nur für eine neue logistische Herausforderung, sondern auch im Spannungsfeld zwischen Umweltschutz, Verwaltungstransparenz und bürgerschaftlichem Engagement.

Quelle: Agenturen