Ausbreitung des Chamäleons in Spanien

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Das Gewöhnliche Chamäleon, Europas einzige Chamäleonart und das einzige baumbewohnende Reptil des Kontinents, breitet sich zunehmend in neuen Regionen Spaniens aus. Während es traditionell an der andalusischen Küste beheimatet ist, tauchen seit einigen Jahren Populationen in Gebieten auf, in denen das Tier zuvor unbekannt war. Diese Ausbreitung ist jedoch nicht ein natürlicher Prozess, sondern eng mit menschlichen Aktivitäten verknüpft.

Ursprünglich lebt das Chamäleon vor allem in den Provinzen Huelva, Cádiz, Málaga, Granada und Almería sowie an der portugiesischen Algarve. Doch durch den intensiven Bauboom an den Küstenregionen verschwindet sein natürlicher Lebensraum zunehmend. Gleichzeitig entstehen an entfernten Orten wie Murcia, Alicante oder Valencia neue Chamäleonpopulationen – meist durch den Menschen verursacht. Urlauber bringen die Tiere mit oder Landwirte setzen sie gezielt als biologische Schädlingsbekämpfer aus. Solche Verbringungen sind illegal und können große ökologische Probleme verursachen.

Schon ein einziges Weibchen kann durch seine hohe Eierproduktion eine neue Kolonie gründen, was die Ausbreitung weiter begünstigt. Doch Chamäleons, die aus privaten Haushalten stammen, leiden oft unter schlechter Haltung und schlechter Gesundheit, bevor sie wieder freigelassen oder abgegeben werden. Dies wirkt sich negativ auf die Art aus und gefährdet lokale Ökosysteme, da das natürliche Gleichgewicht gestört wird.

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Obwohl das Chamäleon landesweit als fast bedroht gilt und in einigen Regionen wie Cádiz und Huelva sogar als gefährdet eingestuft wird, zeigt sich ein paradoxer Effekt: Die Art verschwindet an einem Ort, während sie an einem anderen durch menschliches Zutun neu auftaucht. Im Gegensatz zu kontrollierten Wiederansiedlungsprogrammen, wie sie etwa für den Iberischen Luchs oder den europäischen Bison existieren, sind diese unkontrollierten Aussetzungen problematisch und wenig nachhaltig.

Das Beispiel des Gewöhnlichen Chamäleons verdeutlicht, wie sensibel Ökosysteme auf menschliche Eingriffe reagieren und wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Wildtieren ist. Der Erhalt der Artenvielfalt erfordert daher nicht nur Schutzmaßnahmen, sondern auch die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Folgen ihres Handelns.

Quelle: Agenturen