Umweltverbände klagen gegen Müllimport von Ibiza nach Mallorca

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Die Umweltorganisation GOB hat gemeinsam mit rund zwanzig zivilgesellschaftlichen Gruppen eine Verwaltungsklage gegen ein Pilotprojekt eingereicht, das den Transport von Müll von Ibiza und Formentera zur Müllverbrennungsanlage Son Reus auf Mallorca ermöglichen soll. Die Klage richtet sich vor allem gegen das Verfahren, das ohne Bürgerbeteiligung und Transparenz genehmigt wurde.

Die Umweltschützer kritisieren, dass das Projekt unter dem Vorwand der Dringlichkeit durchgesetzt wurde, ohne die Bevölkerung umfassend zu informieren. Zudem sehen sie erhebliche Umweltrisiken, da der Müll künftig als loses Schüttgut statt wie bisher in Ballen transportiert werden soll. Dies erhöhe die Gefahr von Unfällen, Verschmutzungen und Belästigungen für Anwohner.

Darüber hinaus wird die offizielle Angabe von 80.000 Tonnen Müll pro Jahr infrage gestellt. Die tatsächliche Menge liege aufgrund des geringeren Heizwerts des Abfalls bei rund 108.000 Tonnen, was auch die Menge an Schlacke und Asche deutlich erhöhen würde. Dies könnte zu einer frühzeitigen Erschöpfung der Deponiekapazitäten auf Mallorca führen und die Sicherheit der Anlagen gefährden.

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Die GOB und beteiligte Nachbarschaftsvereine fordern deshalb die sofortige Aussetzung des Projekts, umfassende Umwelt- und Gesundheitsprüfungen sowie einen transparenten Bürgerbeteiligungsprozess. Außerdem soll der geplante Zuschuss der Regionalregierung nicht den Mülltransport finanzieren, sondern in lokale Abfallsammelprogramme auf Ibiza und Formentera fließen.

Ein zentrales Anliegen der Klage ist auch die Schließung der beiden umweltschädlichsten Öfen der Müllverbrennungsanlage Son Reus, die durch den Müllimport gefährdet sei. Die Organisationen setzen sich für eine nachhaltige Abfallwirtschaft ein, die auf Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling basiert, um den Mülltransport zu einer Ausnahme statt einer dauerhaften Lösung zu machen.

In den kommenden Wochen sind weitere Treffen und Bürgerversammlungen geplant, um die Bevölkerung zu informieren und Protestaktionen zu koordinieren. Die Klage und der öffentliche Druck sollen ein Umdenken in der Regionalpolitik bewirken und die Umwelt sowie die Lebensqualität der Anwohner schützen.

Quelle: Agenturen